„Unsere Welt steht still…“

Das Kind ist immer noch Ihr Kind und wird es immer bleiben.
Der Beziehungsbruch zum Kind geschieht im Schock – das ist ganz normal.

Was ich jetzt für mich tun kann:

 

Viele Eltern erzählen im Nachhinein, dass alles viel zu schnell gegangen ist.
Es gibt keinen Grund zur Eile, handeln Sie nicht im Schock.

 

Was kann ich jetzt für mein Kind tun?

  • Herzensbilder kontaktieren (ab SSW 24, Der Verein Herzensbilder.ch schenkt Familien von schwerkranken, behinderten oder viel zu früh geborenen Kindern ein kostenloses Foto-Shooting mit einem Profi-Fotografen/innen).
  • Gipsabdruck vom Bauch machen
  • den Bauch fotografieren
  • Bauch nochmals bewusst einölen
  • den Namen des Kindes festlegen
  • Tagebuch schreiben für sich und Ihr Kind
  • bei Bedarf eigene Kleidung und Mützchen fürs Kind nähen, häkeln,
    stricken oder Verwandte / Bekannte / stärnechind.ch dafür anfragen
  • letztes Ruhebettchen werkeln
  • einen Ort besuchen, der Wichtig ist/eine Bedeutung hat 
  • sich gemeinsam mit Ihnen wichtigen Menschen treffen und reden
  • für unverheiratete Paare : vorgängige Vaterschaftsanerkennung auf dem Zivilstandsamt 

Mitnehmen

Mit was möchten Sie Ihr Kind willkommen heissen?

  • Willkommenskärtli, Blümchen, Kerze etc.
  • Kleidung für das Kind (wenn vorhanden). Wenn keine passende Kleidung vorhanden ist, im Spital stehen die Kleiderboxen vom Verein Stärnechind mit passender Kleidung für Kinder bis zur 32 SSW bereit.  Einige Spitäler besitzen auch Kleidung für termingeborene Sternenkinder, bitte fragen Sie vor dem Spitaleintritt auf der Gebärstation nach, ob diese im Besitz von passender Kleidung sind.
  • Decke
  • Mützchen für das Kind
  • Spieluhr
  • Fotoapparat
  • Handy und Ladegerät
  • Kuscheltier/Nuscheli
  • Was gibt Ihnen Kraft? Etwas, das Ihnen wichtig ist, mitnehmen, Kraftgegenstand, Stein aus der Natur, eigene Musik

„Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen hätten, dann würden wir hinaufsteigen und dich zurückholen!“

Wenn Sie erfahren, dass Ihr Kind schwer krank ist, sterben wird oder gestorben ist, wird das erwartete Kontinuum von Schwangerschaft, Geburt und Familienzeit unterbrochen. Die Wiederaufnahme dieses Kontinuums lässt Sie in Ihre Kraft zurückfinden, damit Sie folgender Frage Raum geben können: Was war vorgesehen für mein Kind/für die Geburt?

Gebären Sie Ihr Kind so, wie Sie sich die Geburt vor der Hiobsbotschaft vorgestellt haben. Es spricht nichts dagegen.

Geburt

  • Schmerztherapie
  • Geburtsform (Gebärwanne, Positionen, unterstützende Hilfsmittel)
  • Atmosphäre (eigene Musik, Kerzenlicht, Duftöl, Massage, etc.)

Kaiserschnitt

Bei einem ursprünglich geplanten Kaiserschnitt ist eine natürliche Geburt möglich, wenn bei Ihnen keine medizinischen Probleme bestehen. Für die Trauerverarbeitung kann es wichtig sein, den Geburtsprozess mitzuerleben und aktiv vom Kind Abschied zu nehmen.

Milchbildung

Die Vorbereitung der Brüste zur Milchbildung beginnt bereits in der Schwangerschaft, damit die Mutter ihr Kind direkt nach der Geburt stillen kann. Stirbt das Kind im Mutterleib oder kurz nach der Geburt, ist auch alles bereit. Es gibt zwei Wege im Umgang mit der Laktation:

  • Physiologische Unterstützung und therapeutische Anwendungen
  • Medikamentöse Intervention und Beschleunigung der Milchversiegung

Der aktuelle Forschungsstand belegt, dass die medikamentöse Intervention zu Beginn des Abstillprozesses schneller wirkt, im gesamten Verlauf jedoch keinen Vorteil aufweist gegenüber dem natürlichen Verlauf.
Mütter schätzen rückblickend mehrheitlich das bewusste Erleben der natürlichen Prozesse. Als zentral wichtig äussern sie die differenzierte Aufklärung, genügend Zeit zum Entscheiden und eine professionelle Begleitung

 

Weitere wichtige Informationen zum Thema Milchbildung finden Sie hier: kindsverlust.ch

„Auch wenn deine kleinen Füsse die Erde nie berührten,
sind deine Spuren trotzdem da… überall.“

Nehmen Sie sich die Zeit, die sie brauchen.

Begrüssungsrituale

  • das Kind begrüßen
  • das Kind kennenlernen
  • das Kind waschen / baden
  • das Kind in den Armen halten, streicheln
  • das Kind anziehen
  • Angebot von stärnechind.ch nutzen (kleine Kleidchen / Wickeltücher, Tonamulett in doppelter Ausführung fürs Sternenkind und für die Eltern, Erinnerungsbox)
  • das Kind messen und wiegen
  • eine Geburtsurkunde ausfüllen
  • ein Geburtsbändeli für das Kind gestalten
  • Kerze gestalten
  • eine Kerze anzünden
  • das Kind taufen / segnen lassen (Taufe nur bei Lebendgeburt möglich
  • das Kind mit nach Hause nehmen

“Erinnerung ist das Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.”

Sammeln Sie Spuren, die Ihr Kind fassbar werden lassen.

Ideen für spätere Schätze:

  • Hand- und Fussabdrücke machen (lassen), mit normaler Farbe oder als 3D in Salzteig
    (Salzteigrezept: 1 Tasse Mehl, 1 Tasse Salz, 1/2 Tasse (evt. sogar weniger) Wasser)
  • Fotos machen (selber Aufnahmen machen, das Kind mit und ohne Kleidung fotografieren, Herzensbilder anfragen (ab SSW 24), Details aufnehmen, Familienbilder erstellen, verschiedene Perspektiven festhalten)
  • Filmaufnahmen machen        
  • das Kind skizzieren, abzeichnen
  • ein Tagebuch führen
  • Lieder singen
  • Verse / Gedichte vortragen
  • eine Seite in einem Gedenkbuch gestalten
  • einen Erinnerungsstein für das Kind bemalen
  • eine Erinnerungsbox gestalten
  • eine Ecke Stoff vom Kleidungsstück / von der Decke an einer versteckten Stelle abschneiden
  • eine Haarsträhne abschneiden
  • versuchen, alles was mit dem Kind mit geht, als Doppel zu haben, damit da noch etwas zur Erinnerung bleibt.
  • eine Geburts- und Todesanzeige erstellen (ev. mit Hilfe von herzensbilder.ch) und versenden

“Lebenskunst ist, Tränen in glitzernde Perlen zu verwandeln.”

 

Holen Sie sich die Unterstützung, welche Ihnen in dieser schweren Zeit als  richtig erscheint.
Wählen Sie aus dem Hilfsangebot aus, was Ihnen eine Stütze sein kann:

Begleitung

“Orte, an denen man dem Verstorbenen nahe sein kann, zeichnen sich durch die doppelte Erfahrung aus,  nämlich die der schmerzlichen Abwesenheit und die der intensiven Nähe.”
Roland Kachler

Sie als Eltern entscheiden, was mit ihrem Kind wann geschehen soll.

Es gibt keinen Grund zur Eile und zu überstürzten Handlungen.

Durch die fehlende Besiedelung des Darmes mit Darmbakterien, die erst mit der Nahrungsaufnahme erfolgt, entstehen keine üblen Gerüche. Einzig verändern sich die Körper mit der Zeit, ein Prozess, der durch die Kühlung verzögert werden kann.

Das Kind zu den Sternen begleiten

Vorschläge rund um die Trauerfeier 

  • Verwandte, Bekannte und Freunde einladen
  • Lebenslauf schreiben ( Erlebnisse in der Schwangerschaft mit dem Kind im Bauch u.s.w.)
  • Luftballone bestellen
  • Seifenblasen Fläschchen organisieren
  • Kontakt mit dem Pfarrer aufnehmen
  • Für die Grabrede Verwandte, Bekannte, Freunde anfragen, ob sie diese übernehmen würden
  • Musik aussuchen
  • eine Trauerfeier muss nicht in der Kirche statt finden, es muss kein Pfarrer dabei sein, wenn dies nicht gewünscht wird
  • bei einem eigenen Grab kann das Kreuz bunt angemalt werden, dieses dient zusätzlich als Aufhängvorrichtung für verschiedene Herzensdinge wie Engel, Herzen, Schmetterlinge etc.

 

Einen Gedenkort fürs Kind wählen

Beisetzung auf privatem Grundstück

Die Urne oder die Asche von bestattungspflichtigen Kindern kann auf privatem Grund bestattet oder verstreut werden. 

Nicht bestattungspflichtige Kinder können auf privatem Grund selber erdbestattet werden.

Im Vorfeld sollten sie sich als Eltern jedoch die Frage stellen:

  • was machen wir, wenn wir umziehen müssen?
  • wo gehen die Angehörigen mit ihrer Trauer hin?
  • ist es für uns auch noch in ein paar Jahren stimmig, dass unser Kind auf unserem privaten Grundstück bestattet ist?

Wir empfehlen, die Grabstelle genug tief auszuheben, um ein Ausgraben durch Wildtiere zu verhindern. Hilfreich kann auch eine Steinplatte oder etwas Ähnliches sein, die auf die Stelle gelegt wird zum Schutz.

Mehr Informationen: Bestattungswesen

 

Kleines Seelchen in der Nacht, hast mir so viel Glück gebracht,

musstest gehen, bist nun fort, weit an einem schönen Ort.

Regenbogen, Wasserfall, grüne Wiesen überall,
Spielen, Toben, frohes Treiben, hier willst du ganz sicher bleiben.

Kleines Seelchen, warte dort, wart auf mich an diesem Ort.
Eines Tages, du wirst sehen, werden wir uns wiedersehen.

(Autor unbekannt)

 

Was ist noch zu tun?

  • Geburts-und Todesanzeige gestalten
  • mit der Hebamme telefonieren um die weitere Nachbetreuung zu Hause zu organisieren
  • Nachkontrolle beim Frauenarzt nach 6 Wochen
  • Anmeldung Rückbildungkurs nach Kindsverlust

Den Alltag erleichtern:

  • Einkaufen per Internet bei coopathome.ch oder leshop.ch wenn die Kraft fehlt
  • Hilfe annehmen, wenn sie angeboten wird für die Hausarbeit, Betreuung der Geschwister, Behördengänge
  • für jeden Tag einen Fixpunkt finden (Sport, weg gehen, spazieren gehen, Besuch empfangen, auf den Friedhof gehen, verreisen etc.)

im Gedenken an das Kind:

Grabgestaltung:

  • flache Steine mit Acrylfarbe bemalen und lackieren und das Gärtchen damit dekorieren
  • Laternen an einen Laternenstab hängen oder auf eine Steinplatte stellen, damit sie länger schön bleibt.
  • Solarlämpli eignen sich wunderbar für eine individuelle Gestaltung, es gibt sie in ganz verschiedenen Ausführungen z.B bei Weltbild.ch

Für Dich:

“In der Nacht liebe ich es, den Sternen zuzuhören. Sie sind wie fünfhundert Millionen Glöckchen.”
Antoine de Saint-Exupéry

 Fachliteratur:

aktuelle Bücherliste auf www.verein-regenbogen.ch

Erinnerungsbücher:

Fotobuch über die Trauer:

Trauern mit Kindern:

Folgeschwangerschaft

 

Musik, die sich mit Trauer und Tod beschäftigt

Die Musiktitel können angeklickt werden, die Meisten sind direkt mit Youtube verlinkt.

Medien:

Schön zu wissen

Sendungen zum Thema Kindsverlust

Artikel zum Thema Kindsverlust

  • Eine Hebamme erzählt von ihrer ersten stillen Geburt
  • Tot geboren

Artikel zum Thema Bestattung

Pflanzen mit Symbolkraft:

 

Sternmagnolie: Magnolie stellata

 

Tränendes Herz: Dicentra spectabilis

 

Vergissmeinicht: Myosotis sylvatica

 

Sternenhimmelpetunie: Petunie Night Sky

 

Himmelsleiter: Polemonium caeruleum

 

„Als ich weinte in deinen Armen,
hast du nicht versucht, meine Tränen zu stillen.
Du hast mich festgehalten, damit ich
weiter weinen konnte als allein.
So hast du mir geholfen.“

Hans Curt Flemming

Familie / Angehörige / Freunde

Wer die Möglichkeit bekommt, Ihr Kind kennenzulernen, kann die Erinnerungen an Ihr Kind besonders mit Ihnen teilen. Laden Sie die Familie und nahestehende Menschen ein, Ihr Kind zu begrüssen. Machen Sie diese Offerte des Kennenlernens ohne Erwartungen. Nicht alle Angehörigen sind in der Lage, dies anzunehmen.

Durch die Geburt Ihres Kindes

  • werden Sie zu Eltern
  • wird die Mutter zur Grossmutter, ihr Enkelkind wird geboren
  • wird der Vater zum Grossvater, es ist sein Enkelkind
  • werden die Schwester zur Tante, und der Bruder wird zum Onkel

Lassen Sie Ihre Familie, Angehörige, Patentanten, Patenonkel und Freunde
teilhaben. Dieses Mittragen hilft für den weiteren gemeinsamen Weg und
schafft gegenseitiges Verständnis.

 

Geschwister

Beziehen Sie Geschwister in den Verlust mit ein.

Nur so kann Ihr Kind verstehen, wieso Sie als Eltern traurig sind.

  • das Kind berühren und im Arm halten lassen
  • mit einfachen Worten erklären, was passiert ist
  • basteln
  • zeichnen
  • einen Brief schreiben
  • Schiffchen basteln und aufs Wasser setzen
  • Ballon / Himmelslaterne steigen lassen
  • Steine bemalen
  • die Erklärung, dass das Kind «schläf», unbedingt vermeiden
  • ein Trauerkinderbuch anschauen z.b. Jolante sucht Crisula, Sebastian Loth
  • Geschwister an der Beisetzung teilnehmen lassen, wenn sie das möchten

Hilfreiche Informationen für Aussenstehende 

“Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines,
dies eine Blatt,
man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses Blatt allein war ein Teil von unserem Leben,
drum wird dies eine Blatt allein uns immer wieder fehlen.”

Die Untersuchungen des verstorbenen Kindes erfordern die Einwilligung der betroffenen Eltern. Wichtig ist eine sorgfältige Aufklärung zu den Möglichkeiten und Vorgehensweisen sowie zur Konsequenz der Untersuchungen.

Zur Feststellung der Todesursache können verschiedene Aspekte Hinweise liefern: die Beurteilung der Umstände, Krankheit der Mutter oder sichtbare Komplikationen bei der Geburt.

Zur Beurteilung allfälliger Krankheiten des Kindes stehen mehrere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung: klinische Beurteilung, Untersuchung von Blut oder Gewebe, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung oder eine Autopsie.

 

 

  • Krankenkassenleistung
  • bezahlter Mutterschaftsurlaub: ab der 23+0 Schwangerschaftswoche
  • Kostenübernahme Rückbildung nach Kindsverlust: Die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten des Kurses. Bitte fragen Sie bei Ihrer Kasse im Vorfeld nach, wieviel sie zurück vergüten.

Sollen wir es nochmals wagen?

Eine neue Schwangerschaft braucht Mut. Das erschütterte Vertrauen in das Schicksal und in die Möglichkeit, Eltern zu werden, erschwert es manchmal zunächst, wieder „guter Hoffnung“ zu sein. Nach der Krise ist es wichtig, dass das Paar – jeder für sich und auch gemeinsam – wieder zu sich findet. Erneut eine innige Beziehung zu einem weiteren Kind einzugehen, verlangt Offenheit. Bis ein Paar für neue Herausforderungen bereit ist, braucht es seine Zeit. Wichtig ist auch, sich darüber klar zu werden, dass es für das verlorene Kind keinen Ersatz gibt.

Ein Geschwisterkind, das nach dem verstorbenen Kind geboren wird, braucht seinen eigenen Raum in der Familie. Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, kann eine Frau wieder schwanger werden, sobald ihr Körper und ihre Seele sich soweit erholt haben, dass sie sich den Anforderungen einer erneuten Schwangerschaft und Mutterschaft gewachsen fühlt.

Wann darf ich wieder schwanger werden?

Sobald der Wochenfluss nach ca. 6 Wochen abgeklungen ist, ist eine weitere Schwangerschaft möglich. Nach einem Kaiserschnitt wird meist geraten, etwa ein halbes Jahr abzuwarten.

Ein Beratungsgespräch mit einer Hebamme, einer Ärztin oder einem Arzt kann helfen, die persönliche und gesundheitliche Situation realistisch einzuschätzen.

Geduld mit sich und mit dem Partner

Von der Sehnsucht eines der Partner bis zum gemeinsamen Wunsch, wieder Eltern zu werden, vergeht manchmal viel Zeit. Vater und Mutter verarbeiten den Verlust oft in einem unterschiedlichen Rhythmus und mit verschiedenen Zukunftsvorstellungen. Um im Austausch zu bleiben und wieder gemeinsame Pläne zu entwickeln, braucht es Geduld und Respekt. Vielleicht steht die Partnerin oder der Partner gerade woanders als man selbst. Manchmal stellt sich in der Zeit der Krise nach dem Verlust des Kindes auch die Frage nach der Tragfähigkeit der Beziehung.

Für die Frau sind die seelischen Auswirkungen des Verlustes oft auch körperlich spürbar. Wenn sie sich wünscht, wieder schwanger zu werden, kann sie in jedem Zyklus mit dem Einsetzen der Regelblutung erneut das Gefühl der Leere durchleben. Der Mann reagiert vielleicht mit Schuldgefühlen, wenn die Frau nicht schwanger wird. Doch die Fruchtbarkeit lässt sich nicht erzwingen, und das Ausbleiben der Schwangerschaft kann seinen Sinn haben: Vielleicht braucht das Paar doch noch mehr Zeit, das verlorene Kind zu verabschieden, als ihm bewusst ist.

Wie gehe ich mit meinen Ängsten, meinem fehlenden Urvertrauen in meinen Körper um?

Kündigt sich ein weiteres Kind an, löst das bei vielen Paaren widersprüchliche Gefühle aus: Übergroße Freude und Erfüllung mischen sich mit erheblichen Ängsten. In einer solchen Situation kann es sehr hilfreich sein, schon zu Beginn dieser Schwangerschaft ein Team aus Hebamme, Frauen- und Kinderärztin oder -arzt zusammenzustellen, bei dem sich die werdenden Eltern medizinisch und menschlich verstanden fühlen.

Die Hebammenhilfe kann – wenn gewünscht – neben der ärztlichen Schwangerenvorsorge und auch nach der Geburt in Anspruch genommen werden. Sie wird in jedem Fall von den Krankenkassen übernommen.

Sich nicht von der Angst leiten lassen

Die Sorge vor einem erneuten Verlust kann den Blick der Eltern unter Umständen stark auf die rein medizinischen Aspekte und die möglichen Risiken richten. Oft entsteht der Impuls, alle infrage kommenden Untersuchungen und Maßnahmen zu veranlassen – aus Angst, etwas zu versäumen, was diese Schwangerschaft schützen könnte. Es ist jedoch ratsam, mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt zu klären, was medizinisch wirklich notwendig und sinnvoll ist. Ein gemeinsames Gespräch über die persönliche Situation, die Unsicherheiten und Zweifel eines Paares kann manchmal mehr Zuversicht geben als eine Vielzahl von Untersuchungen.

Für die werdenden Eltern ist es besonders wichtig, herauszufinden, was ihnen gut tut und was sie in ihrer Kraft und ihren Fähigkeiten unterstützt.

Kraftquellen erschließen

Alles, was einer Frau hilft, im Kontakt mit sich selbst und ihrem Baby zu sein, wird sie dabei unterstützen, ihr Kind gesund durch die Schwangerschaft zu tragen und glücklich zur Welt zu bringen. Sie kann viel für sich selbst tun und eigene Kraftquellen erschließen. Sie kann zum Beispiel sehr bewusst die Freude auskosten, den eigenen Körper mit seinen Veränderungen und ihr neues Baby zu spüren. Massagen, Entspannungstechniken, meditative Körperarbeit wie Yoga, Spaziergänge oder sportliche Bewegung können dabei helfen. Manche Frauen sind in der Schwangerschaft besonders kreativ und schöpfen Energie beim Musizieren, Malen oder Schreiben.

Die Zärtlichkeit und Nähe, der Schutz und die Zuversicht des Partners bedeuten jetzt einen besonders wichtigen Rückhalt. Auch Freundinnen, Freunde oder Angehörige, die das Paar durch die zurückliegende Krise begleitet haben und ihm nun Zuversicht vermitteln, sind eine wertvolle Unterstützung. Wenn es ältere Geschwisterkinder gibt, kann es eine schöne und heilsame Erfahrung für die Familie sein, wieder nach vorne zu schauen und die Vorfreude auf das Baby miteinander zu teilen.

Quelle: familienplanung.de

“Wenn man zum Leben ja sagt

und das Leben selber sagt zu einem nein,

so muss man auch zu diesem Nein ja sagen.”

(Christian Morgenstern)

 

Stammtisch für Väter von Sternenkinder

 

Das Angebot umfasst unverbindliche Treffen für Väter totgeborener oder verstorbener Kinder.

Die regelmässigen Stammtische finden aktuell in Basel, Bern, Luzern, St.Gallen und Zürich statt. Die Stammtische werden von betroffenen Vätern organisiert.

Wie bei anderen Stammtischen werden auch hier unterschiedlichste Themen erörtert. Der Verlust eines Kindes kann ein Thema sein, muss aber nicht. Es besteht kein Teilnahmezwang, man kann jedes Mal neu entscheiden, ob man mag oder nicht.

Wenn Du Dich vom Angebot angesprochen fühlst, zuhören, sich austauschen oder mitteilen möchten, melden Dich bitte bei:

Basel: Stefan Suter, stefansuter73(at)bluewin.ch

Bern: Thomas Schmid, tom.schmeddes(at)gmx.de

Luzern: Christian Küttel, christian.kuettel(at)marechaux.ch

St.Gallen: Markus Steffen, sternenkind(at)dorf12.ch 

Zürich: Walter Peschke, walter.peschke(at)web.de

 

Du möchtest in deiner Stadt einen Stammtisch für betroffene Väter anbieten? Bitte melde Dich bei Stefan Suter auf

stefansuter(at)bluewin.ch 

 

 

Stammtisch für verwaiste Väter Zürich

 

Der Stammtisch für verwaiste Väter bietet ein offenes, unverbindliches Zusammenkommen von Vätern, die ein Kind verloren haben und ist ein ergänzendes Angebot des Palliative Care Teams in der Trauerbegleitung von Eltern.
​Wann:
​An jedem letzten Mittwoch in den ungeraden Monaten
2019: 30.01.; 27.03.; 29.05.; 31.07.; 25.09.; 27.11. jeweils ab 18 Uhr oder später.

​Wer:
​Das Angebot steht allen Männern/Vätern offen, die ein Kind verloren haben, unabhängig davon, ob sie bisher am Kinderspital Zürich betreut worden sind.
​Wo:
​LaZoupa, Torgasse 5, 8001 Zürich
​Wie:
​Informationen folgen per Verteiler oder via u.s.sibold(at)sunrise.ch oder hanspeter.schaerer(at)kispi.uzh.ch

Bei Bedarf stehen Ihnen die Psychologinnen des Kompetenzzentrums Pädiatrische Palliative Care für individuelle psychotherapeutische Begleitungen (Eltern oder Geschwister) zur Verfügung.